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Insekten

Kakerlaken erkennen & bekämpfen

Amerikanische Schabe, Orientalische Schabe und Co.: Großschaben in Deutschland erkennen, Unterschiede verstehen und warum professionelle Bekämpfung unerlässlich ist.

Amerikanische Schabe (Periplaneta americana)
Foto: Preiselbeere · Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0 DE

Was sind Kakerlaken?

"Kakerlake" ist der umgangssprachliche Begriff für Schaben - die gleichen Insekten, nur anders benannt. In der Praxis bezeichnet man mit "Kakerlake" häufig die größeren, tropischen Arten: die Amerikanische Schabe (Periplaneta americana) und die Orientalische Schabe (Blatta orientalis). Diese Arten sind seltener als die kleinere Deutsche Schabe, aber keineswegs selten in Großküchen, Kellern und Kanalisationen.

In Mitteleuropa können sich Amerikanische Schaben im Freien nicht fortpflanzen - sie sind auf beheizte Gebäude angewiesen und werden fast ausschließlich durch den Handel eingeschleppt.

Deutsche Schabe (Blattella germanica) - häufigste Küchenschabe →

Erkennungsmerkmale

Amerikanische Schabe (Periplaneta americana)

  • Körperlänge: 35-45 mm - die größte häufige Schabenart in Deutschland
  • Farbe: Rotbraun mit hellem Band am Halsschild-Rand
  • Flügel: Vorhanden, beide Geschlechter können fliegen
  • Typische Orte: Kanalisation, Großküchen, Gewächshäuser, Bäckereien
  • Geruch: Charakteristisch moschusartig

Orientalische Schabe (Blatta orientalis)

  • Körperlänge: 20-30 mm
  • Farbe: Dunkelbraun bis schwärzlich glänzend
  • Flügel: Männchen haben kurze Flügel, Weibchen sind praktisch flügellos
  • Typische Orte: Keller, Abwasserkanäle, feuchte Lagerräume, Müllräume
  • Weniger wärmeabhängig als andere Arten - überlebt auch in kühleren Bereichen

Vergleich: Deutsche, Orientalische & Amerikanische Schabe

Merkmal Deutsche Schabe Orientalische Schabe Amerikanische Schabe
Wissenschaftl. Name Blattella germanica Blatta orientalis Periplaneta americana
Körperlänge 12-15 mm 20-30 mm 35-45 mm
Farbe Hellbraun, 2 dunkle Streifen Dunkelbraun bis schwärzlich Rotbraun, heller Rand
Flugfähigkeit Selten Nein (Weibchen flügellos) Ja (beide Geschlechter)
Bevorzugter Ort Warme Küchen, hinter Geräten Feuchte Keller, Kanäle Kanalisation, Großküchen
Temperatur Wärmebedürftig (>20°C) Toleriert Kühle Wärmebedürftig (>20°C)
Häufigkeit in DE Sehr häufig Selten, lokal Selten, meist eingeschleppt

Lebensweise & Einschleppung

Alle Schabenarten sind streng nachtaktiv und lichtscheu. Tagsüber verstecken sie sich in Ritzen, Fugen und Hohlräumen. Die Amerikanische Schabe ist dabei besonders mobil: Sie bewegt sich über Kanalisationsleitungen zwischen Gebäuden und taucht oft plötzlich in Kellern oder Kellertoiletten auf.

Einschleppungswege für Großschaben:

  • Schiffscontainer mit Waren aus tropischen Ländern
  • Lebensmittellieferungen - besonders Obst und Gemüse aus Übersee
  • Verpackungsmaterial und Kartonagen
  • Gebrauchte Großgeräte (Gastrogeräte, Kühlschränke)
  • Kanalisation - die Amerikanische Schabe wandert aktiv über Abwasserleitungen

Gesundheitsrisiken

Wie alle Schabenarten sind Großschaben ernsthafte Gesundheitsschädlinge:

  • Keimübertragung: Salmonellen, E. coli, Staphylokokken - durch Körperkontakt mit Lebensmitteln und Oberflächen
  • Allergene: Ausscheidungen und Chitinpartikel können Asthma und allergische Reaktionen auslösen
  • HACCP-Relevanz: Jeder Schabenbefall in Lebensmittelbetrieben ist meldepflichtig und kann zur Betriebsschließung führen

Anzeichen eines Befalls mit Großschaben

  • Moschusartiger Geruch - bei Großschaben besonders intensiv
  • Kot: Dunkle, zylindrische Kotpellets (größer als bei Deutschen Schaben)
  • Ootheken: Dunkelbraune Eierkapseln, bei Amerikanischer Schabe ca. 8-10 mm
  • Sichtung am Tag - bei starkem Befall, oder nachts mit Licht
  • In Kellern und Kanälen: Vor allem Orientalische und Amerikanische Schabe

Professionelle Bekämpfung

Die Bekämpfung von Großschaben erfordert artspezifisches Vorgehen - die Orientalische Schabe in feuchten Kellern benötigt andere Maßnahmen als die Amerikanische Schabe in der Kanalisation:

  • Befallsanalyse: Genaue Bestimmung der Art, Kartierung der Befallsherde
  • Gelköder: Artspezifisch platziert in Verstecken und Ritzen
  • Insektizide: In Hohlräumen, Abwasserinstallationen und Kellerbereichen
  • Kanalisationskontrolle: Prüfung der Kanaleinbindung bei Verdacht auf Amerikanische Schabe
  • Bauliche Maßnahmen: Abdichten von Rohrdurchführungen, Einbau von Rückstausicherungen
  • HACCP-Dokumentation: Für Lebensmittelbetriebe gesetzlich vorgeschrieben
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Häufige Fragen zu Kakerlaken & Großschaben

Was ist der Unterschied zwischen Schabe und Kakerlake?

Schabe und Kakerlake sind dasselbe Insekt - Kakerlake ist der umgangssprachliche Begriff. In der Praxis bezeichnet "Kakerlake" oft die größeren tropischen Arten (Amerikanische Schabe, Orientalische Schabe), während "Schabe" häufig die kleinere Deutsche Schabe meint.

Wie kommt die Amerikanische Schabe nach Deutschland?

Fast ausschließlich durch den Handel: Schiffscontainer, Lebensmittellieferungen aus tropischen Regionen, Verpackungsmaterial und gebrauchte Großgeräte. Zusätzlich wandert sie aktiv über Kanalisationsleitungen zwischen Gebäuden.

Sind Kakerlaken gefährlich?

Ja. Alle Schabenarten übertragen Salmonellen, E. coli und andere Keime. Ihre Ausscheidungen sind zudem Allergene, die Asthma auslösen können. In Lebensmittelbetrieben ist jeder Befall ein HACCP-relevanter Befund.

Wo findet man die Orientalische Schabe?

Vorwiegend in feuchten, kühlen Bereichen: Keller, Abwasserkanäle, Müllräume und feuchte Lagerräume. Sie ist weniger wärmeabhängig als andere Arten und kann auch in kälteren Gebäudeteilen überleben.

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